Sonntag, 1. Mai 2011

Diese Stadt gehört schon längst nicht mehr uns

Christoph und Lollo

zum Glück gibt es noch politische Lieder:


Und da sage noch einmal jemand, man kann im Internetzeitalter nicht mit Musik Geld verdienen: habe gerade erstmals in meinem Leben für Musik aus dem Internet (Mp3-Dateien) Geld bezahlt. Nämlich für Christoph & Lollos aktuelles Album "Tschuldigung" Mein letzter Schallplattenkauf liegt genau 23 Jahre zurück.

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Montag, 25. April 2011

historischer Moment

Anti-Atom Demo, Wiener Stephansplatz





Geschichte findet statt: Heute sprach auf einer Anti-Atom Kundgebung am Wiener Stephansplatz unter anderem Bundeskanzler Werner Faymann. Bemerkenswert ist dabei weniger dass sich Faymann gegen Atomkragt ausspricht (was auch die langjährige Linie der Kronen-Zeitung ist), sondern dass er in seiner Funktion als Bundeskanzler auf einer Anti-Atom Veranstaltung gesprochen hat.

Ich habe erstmalig erlebt dass ein österreichischer Bundeskanzler auf einer Anti-Atom Demo spricht (und ich war schon auf vielen Demos). Ich habe auch erstmalig einem amtierenden Bundeskanzler applaudiert. Große Veränderungen fangen klein an.

Zur Rede von Faymann:

Ich stand etwas weiter hinten in der (überschaubaren) Menge, bin aber ziemlich sicher die Redewendung "..und ich weiß, da kann ich mir auf Sie verlassen.." gehört zu haben. (Vielleicht habe ich einfach zu viel Maschek geschaut)
Inhaltlich war er nicht schlecht und hat einen Vergleich zwischen der Finanzlobby und der Atomlobby gezogen ( aus dem Gedächtnis zitiert: )

"...und wenn mir Experten sagen, ein Atomkraftwerk verdient 2 Millionen Euro am Tag... dann kann ich nur sagen: Diese Atomexperten und Finanzexperten, die mit unserer Zukunft spekulieren, die handeln nach dem Prinzip: Gewinne privatisieren (klopft sich auf die Tasche), Verluste zahlt der Steuerzahler. Das kann's ja nicht sein ..."

Er erwähnte Energiesparen ("Ende der Verschwendung") als Zeil künftiger Regierungsarbeit und sprach von der Vorstellung das Österreich nicht mehr Strom importieren muss. Das österreichische Strom-Einspeisegesetz (derzeit in Revision) erwähnte er leider nicht.




Nach Faymann sprach die Eva Glawischnigg von den Grünen Österreichs. Das sie schnell und viel sprach ist mir davon weniger in Erinnerung geblieben, der bemerkenswerteste Satz war für mich:
"...und wir machen das nicht für uns, sondern für Euch (zeigt ins Publikum) für diejenigen die jetzt auf den Schultern ihrer Väter sitzen..". Sie plädierte anschließend dafür, den Atom-Ausstieg in Österreichs Nachbarländern zu fordern. Fr. Glawischnigg sprach wörtlich von "Negawatt"-Kraftwerken.

Im Anschluss daran spielten japanische Musikstudenten zum Gedenken an die Katastrophe in Fukushima ein Stück von Brahms. Sie wurden dabei von einem "Störenfried" im Publikum mit Megaphon unterbrochen, der schimpfte:
(frei zitiert): "...So jetzt hören wir alle in bissl Musik und dann gehen wir nach Hause und nichts ändert sich. Schüssel (Ex-Bundeskanzler, ÖVP sitzt im Aufsichtsrat von deutschen Atomkonzernen, das ist der Skandal.. ". Der Mann wurde schließlich von einem Polizisten beruhigt und anschließend (von einem Blogger?) interviewt.

Fazit: Bundeskanzler und Oppositionsführerin reden über Österreichs Energiepolitik, die Republik ist für einen wunderbaren Moment lang genau so wie sie sein sollte.

Blindgänger

Nicht ganz verstanden habe ich die Aktion der Blindgänger (siehe Foto). Ging es um Solidarität mit Sehbehinderten ? Oder war es eine subtile plitische Message ? An die Regierung ? And die Demonstranten ? Mir war ein wenig zu kalt für ein längeres Gespräch, deshalb hier ein unkommentiertes Foto:



und nun zu etwas ganz anderem:

Fotos vom Donaukanal





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Freitag, 15. April 2011

Steirer, Tauben und ein Schaf

Absolut unpolitische Wien-Eindrücke vom letzten Wochenende:

Steierer


Das Steiermarkdorf am Wiener Rathausplatz war sehr gut besucht und voll mit fröhlichen Leuten. Und einem echten Schmied ! Die Gösser Bierkutsche mit imponierend starken Brauereipferden stand vorm Stephansdom.






Tauben

Das kalte Aprilwetter fasziniert anscheinend die Tauben vor der Wiener Staatsoper, die sich in einer Pfütze zum Baden drängeln.



verlorenes Schaf

Eingeklemmt in einem Fahrradständer auf der Ringstraße, beim DeFrance Kino. Eindeutiger Fall von Stofftierquälerei.



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Montag, 4. April 2011

bikefestival & radparade

Bikefestival

Am Samstag (2. April 2011) war ich auf dem Bikefestival am Wiener Rathausplatz.


Am besten gefallen hat mir dort die Show von Mr.Markus auf seinem dreieinhalb Meter hohem Einrad. Auch die Stunts auf der RedBull Bühne waren faszinierend (wann sieht man schon einen Radfahrer mit dem Kopf nach unten vorbeifliegen?) aber leider so schnell vorbei dass ich kaum zum fotografieren kam.










Radparade




Am Sonntag (3.April 2011) war ich einer von 5000 Teilnehmern der Radparade auf der Wiener Ringstraße. Es gab geschmückte Räder, seltsamste Rad-Konstruktionen und verkleidete RadlerInnen zu sehen. Ein schönes Gefühl, die Ringstraße autofrei zu haben (Straßenbahnen kamen durch). Beim Schwedenplatz gab es einen Radfahrer-Stau (sieht man nicht alle Tage), vermutlich weil der Autoverkehr umgeleitet werden musste. Sehr schön zu sehen war der geringe Platzverbrauch von Radfahrern versus Autofahrern.. wenn man bedenkt dass in den meisten Autos genauso wenig Passagiere sitzen wie auf den meisten Fahrrädern (man beachte die Lastenfahrräder!) und Radfahrer im Stadverkehr nicht wesentlich langsamer sind als Autorfahrer dann fragt man sich warum die Städte eigentlich ausschließlich um die Bedürfnisse der Autofahrer herum gebaut werden und Radfahrer im Verkehr maximal geduldet werden, aber nicht die Norm sind. Es sollte genau umgekehrt sein.

Video vom Start der Radparade:



Links:






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Sonntag, 3. April 2011

Unwort des Tages


Habe endlich eine Methode gefunden um meinen Politfrust beim Medienkonsum öffentlich abzureagieren:

Ich wähle das Unwort des Tages auf Reddit.

Und hoffentlich nicht nur ich sondern auch andere. Geplantes Endziel: Etwas mehr Ehrlichkeit und etwas weniger linguistische Nebelkerzen beim täglichen Medienkonsum vorfinden zu müssen.


So wird's gemacht:

Wer im Internet auf ein besonders nerviges "Unwort" stößt surft schnell zu http://www.reddit.com/r/Unwort_des_Tages/ und klickt auf "Submit a link / Einen Link einreichen". Man muss sich dazu kostenlos bei reddit registrieren und einloggen. Anschließend gibt man im reddit-webformular den link mit dem nervigen unwort ein und schreibt in das Textfeld das Unwort und dessen vermutete wahre Bedeutung.




Ebenfalls möglich ist das Kommentieren vorhandener Unwörter, das Kommentieren von Kommentaren, das Rauf- bzw. Runterwählen ("voten") von Unwörtern und Kommentaren sowie das schreiben persönlicher Meldungen an andere Reddit-Nutzer.

Eine ähnliche Seite bei Google Moderator" habe ich gestern gelöscht nachdem mir ein Testnutzer berichtet hatte er kommt mit dem Google System nicht zurecht. Außerdem hat mich gestört dass Goggle Moderator die einzelnen Beiträge ungefragt ins Englische übersetzt.

Ich hoffe auf viele Einreichungen, Kommentare und Votings und dadurch auf eine breitere Unterstützung der schon bestehenden Initiativen Unwort des Jahres

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Mittwoch, 23. März 2011

mit Mistgabeln gegen McDonald

Meine politische Aktivität beschränkt sich in letzter Zeit hautpsächlich auf sas Lesen von Nachrichten... es gibt so viele Neuigkeiten dass ich mit kaum zum reflektieren, geschweige denn zum reagieren komme.

Andere sind da weniger faul und verarbeiten die Ereignisse der Weltpolitik künstlierisch, z.B. durch Graffitis am Donaukanal:


Sehr gut gefällt mir wie "RapNews" die Demokratiebewegung im nahen Osten konsequent weiterdenkt: Bloggerinnen mit Kopftuch aus Irak und Gaza unterstützen den Aufstand der amerikanischen Bevölkerung gegen "Cooperate America"... mit Mistgabeln gegen McDonald-Schilder !



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Freitag, 25. Februar 2011

Heldenhaft gegen die Bild-Zeitung

Zugegeben, das Angebot einer Werbeagentur -welche für die Bild-Zeitung wirbt- abzulehnen ist noch keine große Sache.


Sängerin Judith Holofernes (von der Band "Wir sind Helden") lehnt dieses Angebot nicht nur öffentlich ab, sie zeigt damit auch auf dass Prominenz ohne Verhaberung mit den Mächtigen funktioniert und lässt gleichzeitig alle anderen Bild-Werber dumm dastehen - Respekt !

http://www.bildblog.de/28264/wir-sind-helden-wollen-nicht-fuer-bild-werben/

Update, 26-2-2011:

Und es geht weiter:
Kobuk, der äußerst lesenswerte österreichischer Medien-Watch-Blog, zeigt in einem Artikel wie die Zeitung DerStandard.at eine gefakte Antwort der Werbeagentur für echt hielt:
http://www.kobuk.at/2011/02/keine-journalistische-heldentat/

Freitag, 28. Januar 2011

Ägypten - Demo am Wiener Stehpansplatz

Wien


Bin beim Stephansplatz auf eine lautstarke Ägypten-Demo gestoßen.
Mangels Arabisch-Kenntnissen habe ich nicht wirklich verstanden was die Slogans bedeuten aber sie waren gut zu hören.





Ägypten


Im Gegensatz zur Situation in Ägypten (siehe Video) habe ich keine Wasserwerfer gesehen.

gefunden auf Youtube:



Einsatz von Wasserwerfer gegen betende Demonstranten, gefunden auf BoingBoing:




Links:

Mehr zum Thema gibt es hier:

Samstag, 1. Januar 2011

Journey of Hope

Zum Jahreswechsel etwas erfreuliches:

Auf der Homepage des Central Asia Institutes gibt es das PDF-Dokument "Journey of Hope" (2010) zum Download. Die Website bietet sogar an gedruckte Exemplare zu verschenken. Journey of Hope ist ein Bericht mit englischen Texten und sehr schönen Fotos über die Arbeit von Greg Mortenson und sein Projekt, Schulen in Pakistan und Afghanistan zu aufzubauen.


Bildquelle: Central Asia Institute
https://www.ikat.org/media-and-press/image-gallery/


Journey of Hope ist fast schon selbst ein Buch. Besonders empfehlenswert für Leser von Gregs Büchern "Tree Cups of Tea" und "Stones into schools", da man erfährt was aus einigen aus Gregs Helfern, Freunden und Schülern geworden ist die in den Büchern erwähnt werden.

Links:

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Roboexotica

Habe am 5. Dez. 2010 zum ersten Mal eine Roboexotica-Ausstellung besucht und war sehr beeindruckt.
Roboexotica 2010. Auf das Bild klicken um Einzelbilder zu sehen. Bildquelle: horstjens@gmail.com Lizenz: CC-BY-SA

Die Roboexotica ist eine Veranstaltung bei der Roboter Cocktails mixen. Künstler (z.B. Monochrom), Studenten (stark vertreten: Joanneum Graz) und Bastler (z.B. aus dem Metalab) treffen sich ein Wochenende lang jährlich in Wien zum Roboter herzeigen und....Cocktail trinken. Daneben gibt es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Partys.

Die "Roboter" waren eher Installationen einer Kunstaustellung als Maschinen, so konnte man z.B.:

  •  Ein Riesen-Huhn so lange nach Schaltern absuchen bis es Eierlikör absondert,
  •  Sich per Touchscreen einen Drink bestellen der automatisch gemixt, gerührt und etikettiert wurde,
  •  Sich von einer menschlichen Jukebox ein Lied auf der Ukulele vorspielen lassen,
  •  Ein Videospiel mit Lichtgriffel auf einer Glasplatte spielen, wobei die Punktezahl den Drink bestimmte (den man aus den Klauen einer fiesen Styropor-Ratte entnehmen musste),
  • Per Kugelbahn eine Drink-Schleuder in Gang setzten,
  •  Wodka aus einer Kloschüssel trinken u.v.m.


Besonders imponiert hat mir die Mischung der Gäste (teils international), die Preispolitik (frei zu wählende Spende), die wunderbar schrulligen Roboter-Ideen und vor allem die Stimmung.

Fazit: Besuch sehr empfehlenswert, ich freue mich schon auf die Roboexotica 2011.


Links:
FH Joanneum Graz: http://www.fh-joanneum.at
FM4-Beitrag über Roboexotica: http://fm4.orf.at/stories/1669631/
Roger Weber's : http://www.rotsch-o-mat.ch



Anbei einige Fotos und Videos.(um noch mehr Fotos zu sehen auf das große Bild oben klicken):


Fotos


CC-BY-SA
Alle Fotos: Bildquelle: horstjens@gmail.com, Lizenz: CC-BY-SA






Videos






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Samstag, 20. November 2010

Imperial Stormtrooper

Hatte gestern im Rahmen vom Wiener Spielefest Gelegenheit die Kostüme der 501. Legion (Star Wars Stormtroopers) zu bewundern. Eine weltweit organisierte Gruppe von Star-Wars Fans die Spaß daran hat in Stormtrooper-Uniformen rumzulaufen. Von der 501. Legion ("Vaders Fist") gibt es sowohl eine globale offizielle Homepage als auch eine Hompeage der österreichischen Sektion. Man kann sich die Stormtrooper für Auftritte auf Messen oder Festen mieten.
Stormtrooper im Wiener Konferenzzentrum, im Hintergrund Besucher des Wiener Spielefests. Bildquelle: Horst JENS,
Lizenz: CC-BY-NC-SA

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Dienstag, 26. Oktober 2010

Big Brother Awards 2010

Gestern Abend besuchte ich erstmals einen Big Brother Award im Wiener Rabenhoftheater. Wer nicht dort war, hat etwas versäumt !
Die Preisverleihung wurde auf Video aufgezeichnet, mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Website.

Publikum vor dem Rabenhoftheater



Beim Big Brother Award werden Politiker, Unternehmer und Organisationen ausgezeichnet die sich besonders um die Verletzung der Datenschuztrechte und der Privatsphäre von Bürgern hervorgetan haben. Die "Gewinner" werden -meist in Abwesenheit- präsentiert und kräftig ausgebuht, haben aber die Gelegenheit sich persönlich ihre Preise abzuholen (und zu rechtfertigen) bzw. eine Stellungsnahme auf der Big-Brother-Website zu veröffentlichen.

Geschichte


Der Big Brother Award kommt ursprünglich aus Großbritannien und wird unregelmäßig in über 25 Ländern vergeben. Österreich ist ein besonderes Big-Brother-Land: Nur in Österreich gibt es kontinuierlich seit 12 Jahren jährlich ein Big-Brother-Award "Event".

Persönlich habe ich erst 2 Mal mit einem Big-Brother-Award zu tun gehabt:
Erstmals vor einigen Jahren im Lokal Flex am Donaukanal, wo die Preistrophäen - kleine, batteriebetriebene Roboter - "über die Planke" in den Donaukanal marschierten. Da sich ein Roboter technikbedingt weigerte und stattdessen ängstlich am Stand marschierte wurde er per Fußtritt in weitem Bogen in den Donaukanal gekickt... Ein unvergessliches Erlebnis. Die Siegerehrung moderierte damals der Kabarettist Thomas Maurer.

Einige Jahre später hörte ich auf dem Chaos-Computer-Congress 2006 in Berlin einen Vortrag über den österreichischen Big-Brother-Award. Unter großem Applaus wurde über die österreichischen Big-Brother-Awards berichtet, unter anderem über einen Preis der aus lebenden, riesengroßen Kakerlaken (in einem Plexiglaszylinder) bestand und vom Lifetime-Award "Lebenslanges-Ärgernis-Elisabeth-Gehrer-Preis für die nachhaltigste Annäherung an die Romanvorlage 1984“ - Elisabeth Gehrer war Unterrichtsministerin während der blau-schwarzen Koalition.

Big Brother Award 2010


Im Rabenhoftheater herrschte gegen 20:00 schon dichtes Gedränge. Die Eintrittskarten kosteten sympathischerweise genau 0,- Euro, wurden aber trotzdem mit ernster Miene ausgegeben, kontrolliert und abgerissen. Ebenfalls erfreulich: Ich konnte eines der sehr coolen Big-Brother-Award T-Shirts ergattern.


T-Shirts. Bestell-ink unter dem Artikel



Durch den Abend führte TV-Moderatorin Dagmar Streicher, neben Musikeinlagen der Bands Squishysquid" und Kilomusik und einer Kunstaktion (Hodenscan) des Duos "Monochrom" traten die einzelnen Laudatoren auf welche die Nominierungen präsentierten. Eine Stimme aus dem Off verkündigte dann die Jury-Entscheidung und den Sieger in der jeweiligen Kategorie, begleitet von lautstarken Pfiffen und Buh-Rufen des Publikums.

Zum ersten Mal hatte ich Gelegenheit den Physiker Werner Gruber (bekannt aus Science Busters) live zu sehen. In einer Videoeinspielung wurde gezeigt wie Herr Gruber für eine Fernsehreportage Thermit durch einen Nacktscanner schmuggelte und damit die Absurdität der ganzen Antiterror-Maßnahmen demonstrieren konnte. Aufgrund seiner Demonstration wurde der Nacktscannereinsatz in Deutschland verschoben und Belgien stornierte eine Bestellung. Außerdem ist er laut eigenen Angaben seither das prominenteste Nacktscanner-Model.

Science-Buster Werner Gruber, Flugzeugsprengstoff in Dosen und Moderatorin Dagmar Streicher

lebenslanges Ärgernis

Den Hauptpreis in der Kategorie "lebenslanges Ärgernis" bekamen verdientermaßen die "Internet-Absperrer", welche unter dem Vorwand der Bekämpfung von Kinderpornographie Zensur und Netzsperren im Internet durchsetzen wollen um der Musik- und Filmindustrie zu ihren "Rechten" zu verhelfen.


Betroffenheit

Als politisch interessierter Mensch fühlte ich mich beim Thema Datenschutz und Bürgerrechte eigentlich ganz gut informiert; bei der Big-Brother-Award-Gala erfuhr ich mir unbekannte Details über Datenschutz- und Rechtsmissbrauch in Österreich die mich sehr betroffen machten.

So schlug Justizministerin Claudia Bandion-Ortner [ÖVP] (dank einer massiven "Wahlkampagne" der Grünen) beim Preis für heimische Politiker Innenministerin Fekter (ebenfalls ÖVP). Während Frau Fekters Wahlkampfaktionen (Gefängnis für Kleinkinder) durch den Wiener Wahlkampf hinlänglich bekannt sind, waren mir Bandion-Ortner's jüngste Aktionen weniger bewusst: Wochenlange U-Haft und Verdacht auf Bildung einer terroristischen Vereinigung gegen 4 Jugendliche welche Papierkörbe angezündet hatten. Außerdem Vorladung von Journalisten (u.a. Profil) zur Staatsanwaltschaft und Verhör durch das Betrugsdezernat weil die Journalisten aus einem laufenden Verfahren zitiert hatten, was in Deutschland (sic!) strafbar ist. Wohlgemerkt, nicht in Österreich! Sogar der vernehmende Polizist musste zugeben dass gegen die Journalisten nichts vorliegt.

Reaktionen

Zwei für-Preise-Nominierte-aber-nicht-gewählte (von Attac und von einem SMS-Gewinnspiel) nutzten die Gelegenheit um sich vor Publikum zu rechtfertigen. Der Sprecher von Attac (es ging um die illegal erworbene CD mit Steuerdaten) plädierte für eine Gleichbehandlung beim Datenschutz von Arbeitseinkommen und Vermögenseinkommen. Der Sprecher des Handygewinnspiels plädierte dafür Nominierungen zum BigBrother Award zurückzuziehen wenn eine Stellungnahme des Unternehmens die Vorwürfe entkräften kann. Während das Publikum dem Attac-Sprecher wohlgesinnt war erntete der Handygewinnspielsprecher Buh-Rufe.

Pannen

Datenklauskandal selbst beim Big-Brother-Award: Die Zeitung "DerStandard online" veröffentlichte die Gewinner schon um 20:00 auf ihrer Website, noch vor der offiziellen Verkündigung während der Veranstaltung...anscheinend gibt es ein "Datenleck" innerhalb der BigBrotherAward-Organisation.
Herr Gruber vergaß seine Sprengstoff-Flascherln nach seinem Auftritt am Rednerpult - die Moderatorin musste sie ihm unter großem Gelächter nachtragen. Ein männlicher Laudator wurde als "Renate" vorgestellt und eine Laudatorin verhaspelte sich mehrmals bei den Details zu Apple's I-Phone.

Fazit

Ein sehr vergnüglicher Abend zu einem betrüblichen Thema. Besuch nächstes Jahr wird empfohlen.


Links:


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